DolomitenbahkAutoreisen durch Österreich
Wien-Josefstadt
+43 650 365 0787

Datei 09 · Fahrtenbuch

Drei Tage,
die sich nicht
wiederholen.

Bericht 19 · Oktober

Nasse Turrach

Der Himmel hing auf der Fahrbahn. Wir hätten die Nockalm machen können, taten es nicht: zu viel Nebel in den Kuppen, zu wenig Sicht auf entgegenkommende Radfahrer. Stattdessen die Turrach hinauf, im zweiten Gang, Scheibenwischer auf Stufe drei.

Unten in Reichenau roch es nach nassem Holz. Oben war nichts zu fotografieren, und genau deshalb steht der Tag im Archiv. Wer nur Schönwetterlinien will, bekommt von uns einen anderen Monat.

Nasse Fahrbahn zwischen Fichten
Früher Morgen auf der Hochalpenstraße

Bericht 07 · Juni

Ferleiten, 6:50

Die Kasse war offen, der Parkplatz noch nicht. Am Fuscher Törl stand der Wind seitlich. Ein Paar aus dem Mietwagen vor uns fotografierte den gleichen Grat dreimal; wir fuhren weiter, weil die Edelweißspitze um diese Uhrzeit noch Platz hat, um zehn nicht mehr.

Heiligenblut um 11:40. Kaffee, der zu heiß war. Die Abfahrt hatte den Motor gebremst, nicht die Scheibe. So soll ein Westkamm-Tag beginnen.

Bericht 31 · April

Ohne Pass, mit Himmel

Ein Auftrag ohne Berge: zwei Tage Weinviertel, weil der Glockner noch zu hatte. Kellergasse bei Poysdorf, gerade Straße, ein Storch auf einem Kamin. Abends zurück in die Josefstadt, der Atlas noch aufgeschlagen auf der Nockalm – für später.

Nicht jede gute Fahrt braucht eine Mautstation. Manche brauchen nur einen Horizont, der nicht von einem Autobahnschild zerschnitten ist.

Landstraße unter weitem Himmel im Osten

Zwei weitere Blätter aus dem Heft

Bericht 12 · September

Bieler Höhe, Seitenwind

Die Silvretta war offen, der Parkplatz an der Staumauer schon um neun belegt. Wir hatten die Etappe trotzdem gelegt, weil der Auftrag Motorrad plus Begleitwagen war: getrennte Mittagspause in Galtür, gemeinsames Quartier in Partenen. Der Wind drückte den Wagen an die Leitplanke, das Motorrad klagte über kalte Finger. Abends Tee, keine Heldengeschichte. Genau solche Tage gehören ins Archiv, weil sie die Linie ehrlicher machen als Sonnenschein auf der Broschüre.

Bericht 22 · Mai

Semmering, alte Fahrbahn

Südkehre, Tag eins. Schottwien noch im Schatten, die alte Passstraße statt nur Tunnel. Ein Güterzug unter dem Viadukt, der Wagen im zweiten Gang. Mürzzuschlag um halb zwei, Quartier bahnnah, Küche noch offen. Wer Wien verlässt und sofort Gletscher will, versteht diesen Tag nicht. Wer die Ungeduld aushält, hat am dritten Tag die Nockalm verdient.

Berichte sind keine Werbung. Sie sind das, was übrig bleibt, wenn die Schranke, der Nebel oder der leere Parkplatz die Skizze korrigiert haben. Neue Linien zeichnen wir im Atelier.