DolomitenbahkAutoreisen durch Österreich
Wien-Josefstadt
+43 650 365 0787

Datei 02 · Hausflur, zweiter Stock

Kein Reisebüro.
Ein Zeichentisch.

In der Lerchenfelder Straße 94–98 liegt kein Empfang mit Prospekständer. Es liegt ein langer Tisch, ein Satz alter ÖK-Karten und ein Regal mit Mautbelegen. Wer kommt, setzt sich. Wer schreibt, bekommt zuerst Fragen, dann eine Linie.

Arbeitsplatz mit Kartenlicht
Waldstraße, wie wir sie in Etappen einbauen

Links das Atelierlicht – rechts eine Strecke, die in keinem Folder als Highlight gilt und trotzdem die bessere ist.

Warum Wien,
nicht Zell am See.

Die meisten Autoreisen durch Österreich beginnen mental in den Bergen. Praktisch beginnen sie in einer Stadt, in der man den Wagen noch volltanken, den Atlas kaufen und um 6:40 auf die Westautobahn kann, ohne schon im Stau der Ausflügler zu stehen.

Josefstadt ist dafür nüchtern genug. Die Lerchenfelder ist eine Durchgangsstraße. Das passt. Wir verkaufen nicht die Aussicht aus dem Büro, wir verkaufen die erste Stunde Fahrt, in der sich das Land langsam kippt: Flachland, Voralpen, dann die Kehren.

„Wenn jemand Hallstatt als ersten Halt will, zeichnen wir trotzdem zuerst den Umweg über den Pötschenpass. Der See bleibt. Die Zufahrt ändert alles.“

Drei Leute,
ein Archiv.

Dolomitenbahk ist klein absichtlich. Eine Person legt Linien, eine prüft Sperren und Mauten, eine fährt stichprobenartig nach, wenn sich eine Straße geändert hat – Baustelle, neue Einbahn, ein Wirtshaus, das zugesperrt hat.

Wir arbeiten auf Deutsch, mit österreichischen Ortsnamen, wie man sie ausspricht, nicht wie sie in internationalen Listen stehen. Wer „Grossglockner High Alpine Road“ schreibt, bekommt von uns die Hochalpenstraße und die Uhrzeit, zu der die Kasse in Ferleiten noch leer ist.

Sprechzeiten

Di–Fr 10:00–16:00 · oder nach Vereinbarung
Telefon +43 650 365 0787
Schreiben: support@dolomitenbahk.strassenbauer.ch

Methode

Fünf Fragen,
bevor eine Linie steht.

Wie viele Tage sind ehrlich?

Nicht wie viele Urlaubstage auf dem Zettel stehen, sondern wie viele davon Sie wirklich am Steuer verbringen wollen. Ein Wochenende mit Anreise aus Hamburg ist ein anderes Maß als fünf Tage ab Wien. Wir kürzen lieber die Strecke als den Schlaf.

Welches Blech fährt mit?

Limousine, Kombi, Motorrad, Oldtimer: jedes Fahrzeug ändert Kehren, Pausen und ob die Turrach am Nachmittag noch Sinn hat. Den Fuhrpark erklären wir auf einer eigenen Seite – wir vermieten nicht, wir beraten.

Was kennen Sie schon?

Wer den Großglockner dreimal gefahren ist, bekommt ihn nicht als Höhepunkt verkauft. Wer ihn noch nie gesehen hat, bekommt eine Uhrzeit, keine Broschüre. Wiederholungen sind erlaubt, wenn sie bewusst sind.

Was soll die Straße nicht sein?

Manche wollen keine Maut. Manche keine Motorräder in Kolonne. Manche kein See-Selfie. Das ist brauchbarer als „wir wollen etwas Schönes“. Schön ist die Nockalm an einem Dienstag im Juni. An einem Samstag im August ist sie etwas anderes.

Wer sitzt hinten?

Kinder brauchen leere Nachmittage. Hunde brauchen Rasen, der nicht nur ein Parkstreifen ist. Großeltern brauchen weniger Höhenmeter am Stück. Die Etappe folgt den Sitzen, nicht umgekehrt.

Wann ist das Wetterfenster?

Wir zeichnen gegen den Kalender, nicht gegen die Hoffnung. April lügt, August staut, Oktober schließt früher. Der Saisonkalender ist die erste Karte, der Atlas die zweite.

Josefstadt und Lerchenfelder Straße als Ausgangspunkt

Der Name, der Bezirk, der Hausflur

Dolomitenbahk klingt nach Gestein und nach einer Bahn, die es so nicht gibt. Gemeint ist die Bewegung dazwischen: Straße statt Schiene, Österreich statt nur Südtirol, Wien als Km 0. Die Dolomiten liegen größtenteils jenseits der Grenze; die Logik der Kehren gilt trotzdem – und die österreichischen Pässe sind das eigentliche Werkzeug.

Josefstadt ist kein Schaufensterbezirk für Tourismus. Es ist ein Wohnbezirk mit Durchgangsverkehr. Wer uns besucht, kommt mit der 5er oder 33er, steigt in der Lerchenfelder aus, sucht eine unauffällige Klingel. Prospekte liegen nicht in der Auslage. Karten liegen auf dem Tisch.

Was wir nicht tun: Pauschalreisen im Katalogdruck, Busgruppen, Last-Minute-Hallstatt, „die Alpen in 48 Stunden“. Was wir tun: Linien, die man fahren kann, ohne hinterher zu erklären, warum man erschöpft und unzufrieden ist.

Termin im Atelier